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Ich arbeite seit gut zwölf Jahren als Schreiner und hatte zum Glück nie wirklich einen schlimmen Arbeitsunfall. Ich und mein Team achten in der Regel sehr auf unsere Sicherheit. Die Gefahren der verschiedenen Holzbearbeitungsgeräten sind uns natürlich bekannt, aber das gibt einem ja leider trotzdem nicht die Garantie unfallfrei zu bleiben.

Vergangenen Monat ist es dann doch mal wieder passiert. Ein Kollege hat beim Sägen mit einer Kreissäge, das drehende Sägeblatt mit dem Finger berührt. Vorweg: Es ist dabei nichts schlimmes passiert. Es hat uns aber wieder mal auf den Boden der Tatsachen gebracht.

Was genau passiert war:  Er hat mit einer Handkreissäge Massivholz zugeschnitten. Die Säge hat einen kleinen Schieber im Vorder-bereich, der im abgesenktem Zustand die Absaugung fördert. Dieser Schieber war offen. Er muss irgendwie beim Schließen des Schiebers abgerutscht sein und mit dem Finger zwischen Maschinengehäuse und Holz das Sägeblatt berührt haben. Das ist der einzigste Teil der Kreissäge, bei dem das Sägeblatt nicht abgeschirmt ist. Zum Glück war aber der Schreck größer als die Wunde.

Solche kleinen Unfälle passieren eben bei kurzer Unachtsamkeit. Gegen diese kurze Unachtsamkeit kann man aber nichts machen. Im einen Moment ist man fokussiert und im anderen nur kurz durch einen Gedanken oder falsche Bewegung abgelenkt und es ist passiert. Natürlich steigert sich das Risiko, wenn bei Stress oder Müdigkeit die Arbeit verrichtet wird. Darum sollte man während einer solchen Tätigkeit immer eine ruhige Hand und einen kühlen Kopf behalten.

Der Vorfall hat mich allerdings in den Tagen darauf doch öfters über einige Dinge nachdenken lassen. So zum Beispiel darüber, dass ich mich vor einigen Tagen auf der Messe in Karlsruhe mit Kreissägenherstellern unterhalten habe. Was mit aufgefallen ist,  keiner der Hersteller und Händler, bietet ernst zunehmende Unterweisungen in Sachen Arbeitsschutz für den Kunden an. So gesehen steht der Kunde nach dem Kauf alleine da. Wer sich nun denk, „ja das Internet ist voll mit praktisches Video Tipps“,  der liegt falsch. Natürlich ist das Internet voll mit Videos, aber diese sind meist von Laien gemacht. Zum Teil sieht man dort haarsträubende Arbeitsweisen. Holzwerker mit wenig Erfahrung können nicht abschätzen wie gefährlich ein jenes Gerät sein kann. In letzter Zeit ch stoße oft auf solche Ratgeber Videos und habe sie bisher immer unkommentiert gelassen. Das ist eigentlich nicht richtig. Gerade erfahrene Anwender (dazu zähle ich mich auch selbst) sollten diese Videos mit sachlicher Kritik kommentieren und auf die Gefahren hinweisen.

Das Problem ist auch, im professionellen Bereich, sprich in der Schreiner Werkstatt, wird viel für die Arbeitssicherheit getan. Was im Gegensatz zum Hobbybereich stark vernachlässigt wird. Ein Lehrling im Schreiner, Tischler Bereich darf ohne vorherige Unterweisung keine Maschine benutzen. Als Heimwerker kann man sich nun eine Tischkreissäge in die Werkstatt stellen und ohne Einweisung/ Vorkenntnisse loslegen. Natürlich ist jeder für sich selbst verantwortlich. Ich würde mir aber wünschen, dass die Hersteller den Hobbylern die Gefahren der unterschiedlichen Maschinen bewusstmachen und darauf hinweisen. Denn mal ehrlich, haben Sie schon mal Gefahren Hinweise zu einem Gerät in Prospekten oder au Internetseiten gesehen? Also wir nicht. Es wird nur die einfache Handhabung und die Produktvorteile genannt. Um natürlich dem Kunden die Angst vor möglichen Verletzungen/ Gefahren zu nehmen. Sicherheits- und Bedienungshinweise sind in den beiliegenden Anleitungen eines Gerätes meist nur kurz und für den Hersteller rechtssicher beschrieben. So ist dem Nutzer dann auch nicht weitergeholfen.

Vielleicht klingt das jetzt ein bisschen so, als wolle ich die eigentliche Verantwortung für Arbeitssicherheit auf den Hersteller abwälzen. Dem ist aber nicht so. Ich möchte lediglich nur nochmal verdeutlichen, dass die Hersteller eigentlich jene Möglichkeiten besitzen, den Kunden zu sensibilisieren und über die Arbeitssicherheit zu informieren. Aber logischerweise, ein verunsicherter Kunde überlegt sich den Kauf eventuell noch einmal. Das wäre für den Hersteller natürlich nicht verkaufsfördernd. Deshalb wird sich das wohl auch in Zukunft nicht bessern.

Am besten Sie holen sich nochmal selbst Informationen/ Sicherheitshinweise von einem Profi in Ihrer nähe. Das deckt dann hoffentlich mal die groben Grundlegenden Sicherheitsvorkehrungen. 

Ich hoffe ich habe Sie mit dem Beitrag nun nicht zu sehr verunsichert, schließlich will ich Sie nur etwas das ernste Thema nahe bringen. Damit Sie beim nächsten Vorhaben an Ihre Sicherheit denken! 

In diesem Sinne wünschen wir allezeit frohes und sicheres Arbeiten!